Standing Ovations für Rothenburger Handballer

Mit 31:25 (12:14) gewannen die Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen den TSV Lohr am Main. In der ersten Halbzeit flatterten bei den Tauberstädtern noch die Nerven, nach dem Seitenwechsel kamen sie dann aber zum verdienten und wichtigen Heimsieg. In den Schlussminuten war das begeisterte Publikum nicht mehr auf den Plätzen zu halten.

Die Partie bot schon vor Spielbeginn einiges an Brisanz: Der Lohrer Trainer Bernd Becker, bis 2024 Trainer der Rothenburger, kennt die Hausherren bestens, die Spiele der beiden Kontrahenten waren häufig knappe und zum Teil hitzige Angelegenheiten und im Sommer wechselte der Rückraumspieler Nikola Becejac vom Main an die Tauber. Der Druck der Tabellensituation, in der beide Mannschaften dringend Punkte brauchen, sorgte dann dafür, dass in den Anfangsminuten bei den Spielern beider Teams die Hände zitterten. Auf beiden Seiten wurden beste Torchancen ausgelassen und so dauerte es bis zur vierten Spielminute bis Patrick Schneider mit dem 1:0 für Rothenburg den Torreigen eröffnete. Bis zur zehnten Minute konnten die Hausherren ihre Führung auf 4:1 ausbauen, danach ging ihnen der rote Faden aber wieder verloren und Lohr machte aus dem Rückstand mit vier Toren in Folge die erste Führung zum 4:5. Zunächst ging es mit knappen Spielständen weiter, zwischen der 18. und der 21. Minute bauten die Gäste ihre Führung dann aber sogar auf drei Tore aus (7:10). Weiter davonziehen konnte die Becker-Truppe dann aber nicht, was unter anderem daran lag, dass Torhüter Andreas Amann im Rothenburger Gehäuse wie schon so oft einen Sahnetag erwischt hatte und sich mit mehreren Glanzparaden auszeichnen konnte. Aufbauend auf der guten Defensive verkürzten die Tauberstädter den Rückstand Tor um Tor und beim 12:12 durch Aziz Altwish war in der 27. Minute der Ausgleich wieder hergestellt. Bis zur Pause gelang den Schützlingen von Trainer Valentin Akushka dann kein Treffer mehr und nach zwei Toren der Gäste ging es beim Spielstand von 12:14 in die Kabinen.

Direkt nach der Pause erhöhte Lohr auf 12:15, die Rothenburger benötigten dann aber nur knapp acht Minuten um beim 18:18 wieder den Ausgleich hergestellt zu haben. Die Gäste zeigten sich davon aber zunächst noch unbeeindruckt und lagen nach Treffern von Benjamin Horn und ihres besten Torschützen, Krisztian Dobos, wieder mit zwei Toren in Führung (18:20). Dieses Mal dauerte es fünf Minuten, bis die Hausherren den Ausgleich wieder hergestellt hatten, nach dem 19:21 trafen Patrick Schneider, mit acht Toren bester Rothenburger Schütze, und Daniel Laugner zum 21:21 (47. Minute). Die Entscheidung fiel dann zwischen der 50. und 58. Minute. In dieser Phase vernagelte Keeper Andreas Amann seinen Kasten komplett und seine Kollegen Nedim Jasarevic, Aziz Altwish und Patrick Schneider (4) trafen zum Zwischenstand von 29:23. Die Treffer waren nicht nur wichtig, sondern, wie die beiden herrlichen Kempa-Tore, die Patrick Schneider nach Zuspiel von Srdjan Ilicin erzielen konnte, auch sehenswert. Die Rothenburger Anhänger, die ihre Mannschaft zuvor schon lautstark angefeuert hatten, waren nun nicht mehr auf ihren Plätzen zu halten und feierten in den letzten beiden Minuten mit Standing Ovations. Beide Teams trafen noch je zwei Mal, wobei Felix Wack den Schlusspunkt zum 31:25 setzte.

Letztlich war es neben der mannschaftlichen Geschlossenheit die bessere individuelle Qualität der Tauberstädter, die den Ausschlag gab. Andreas Amann gewann das Torhüterduell gegen sein ebenfalls gut aufgelegtes Pendant im Lohrer Kasten, Tamas Szabo, klar und Patrick Schneider war von der Lohrer Defensive kaum in den Griff zu bekommen. Auch Robin Schweizer zeigte als Vertreter des verletzten Nikola Stojanov eine hervorragende Leistung und die Defensive um Abwehrchef Dennis Orf arbeitete über weite Strecken sehr gut gegen die Lohrer Angreifer.

Mit dem wichtigen Sieg haben die Tauberstädter den Vorsprung auf direkten Konkurrenten aus Lohr vergrößert und sich auf den siebten Tabellenplatz vorgearbeitet. Am kommenden Samstag wartet mit dem SV Anzing erneut ein Gegner auf Augenhöhe auf die Akushka-Schützlinge. Mit einem Sieg im letzten Spiel des Jahres könnten die Rothenburger relativ entspannt in die kurze Weihnachtspause gehen.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Kiss (Tor); Schemm (2), Pfänder, Laugner (2), Gluhak (1), Schneider (8), Schweizer (1), Orf (2), Jasarevic (6/4), Krauter, Wack (1), Becejac (3), Altwish (2), Ilicin (3)
Lohr: Szabo, Roschlau (Tor); Mill (2), Diehl, Zvolenski (3), M. Schmitt (1), Sicheneder (2), Schwiederik, Popovic, J. Schmitt (2), Gerr (4), Horn (3), Dobos (7/2), Zehnter (1), Bernard

Spielverlauf: 4:1, 4:5, 7:7, 7:10, 12:12, 12:14 (HZ); 12:15, 18:18, 19:21, 21:21, 23:23, 29:23, 31:25

Siebenmeter:
Rothenburg 4 (Jasarevic trifft alle)
Lohr 2 (Dobos trifft beide)

Zeitstrafen:
Rothenburg 3 (Schemm, Gluhak und Orf je 1)
Lohr 6 (Zehnter 2; M. Schmitt, Sicheneder, Schwiederik und Dobos je 1)

Schiedsrichter: Patrick Herz und Michael Thurner (TSV Herrsching)

Zuschauer: 350