Mit einer unglücklichen 23:22 (12:9) Niederlage kehrten die Rothenburger Regionalligahandballer vom Auswärtsspiel in Günzburg zurück. Beim offensivstarken Tabellenfünften zeigten die Tauberstädter eine hervorragende Defensivleistung, agierten in den entscheidenden Momenten aber nicht clever genug, um Zählbares mit nach Rothenburg zu nehmen.
Bis auf Nikola Becejac (Rückenbeschwerden) konnte der Rothenburger Trainer Valentin Akushka auf seine Bestbesetzung zurückgreifen. Die Gäste von der Tauber setzten auch die ersten Akzente der Partie und gingen schnell mit 2:0 in Führung. Die frühe Führung egalisierten die gastgebenden Günzburger jedoch postwendend und so entwickelte sich bis Mitte der ersten Halbzeit ein sehr ausgeglichenes Spiel (5:5; 13. Minute). Bereits in dieser frühen Phase der Partie war zu erkennen, dass sich die Rothenburger bestens auf das gefürchtete Tempospiel der Gastgeber eingestellt hatten. So gut die Defensive inklusive Torhüter Arnold Kiss stand, so schwer taten sich die Tauberstädter jedoch gegen die aggressive offensive Deckung von Günzburg. Da sich im Laufe der ersten Halbzeit bei den Gästen einige Fehlwürfe und technische Fehler häuften, schafften es die Gastgeber von der Günz sich bis zur Halbzeit eine 12:9 Führung zu erarbeiten.
Die zweite Halbzeit startete dann für die Rothenburger denkbar schlecht. Innerhalb der ersten zwei Minuten gerieten die Tauberstädter durch eine unnötige Zeitstrafe in Unterzahl und die Günzburger stellten mit zwei schnellen Toren auf 14:9. Es schien als würden die heimstarken Schwaben das Spiel frühzeitig zu ihren Gunsten entscheiden, doch die Gäste zeigten Moral und kämpften sich zurück. Mit einem immer stärker auftrumpfenden Arnold Kiss zwischen den Posten schaffte es Dennis Orf mit dem Treffer zum 15:13 (37. Min.) wieder auf zwei Tore zu verkürzen. In der Folgezeit pendelte die Führung der Gastgeber immer zwischen zwei und vier Toren. Doch auch die dritte Zeitstrafe für Abwehrchef Dennis Orf in dieser Phase (18:16; 44. Min.) brachte die Tauberstädter nicht aus dem Konzept. Ganz im Gegenteil. Nach dem 20:17 in der 48. Minute brachte Torhüter Arnold Kiss die Gastgeber mit mehreren Glanzparaden zur Verzweiflung und mit 5 Toren in Folge (2x Stojanov, Laugner, Gluhak, Schneider) drehten die Rothenburger das Spiel zum Stand von 20:22 (55. Min.). In den letzten 5 Minuten wirkte es dann, als hätten die Gäste mit dem Überraschungscoup vor Augen Angst vor der eigenen Courage. Im Angriff verpassten es die Rothenburger weiter auf ihre Konzepte zu vertrauen, schlossen unvorbereitet ab und produzierten nun eine Reihe von technischen Fehlern. Dies führte dazu, dass die Günzburger die Partie drehen und somit die erste Heimniederlage der Saison doch noch abwenden konnten.
Für die Rothenburger, die sich durch ihre kämpferische Leistung sicherlich einen Punkt verdient gehabt hätten, gilt es nun die richtigen Schlüsse aus der äußerst knappen Auswärtsniederlage zu ziehen. Einerseits brachte man eine der offensivstärksten und heimstärksten Mannschaften der Liga an den Rand einer Niederlage, worauf man in den nächsten Spielen aufbauen kann. Anderseits gilt es sicherlich daran zu arbeiten, dass man in Zukunft in knappen Situationen ruhig bleibt und diszipliniert spielt, um sich am Ende auch für den hohen Aufwand zu belohnen. Nächste Möglichkeit dazu bietet sich beim kommenden Heimspiel (Sonntag, 19.30 Uhr) gegen den Spitzenreiter aus Bayreuth.
Rothenburg: Kiss (1.-60.), Amann (n.e) (Tor); Schemm (3), Laugner (3), Gluhak (1), Schneider (1), Schweizer (2), Orf (1), Jasarevic (2), Stojanov (5), Krauter, Wack, Altwish, Ilicin (4/2)
Günzburg: Bieber, Lohner (Tor); Pfetsch (4), Jahn, Spengler (1), Stotz (3), Cremer (2), Jensen (1), Heisch (6), Telalovic, Wulz, Jäger (2), Scholz (3/2), Lorenz (1)
Spielverlauf: 0:2, 5:5, 8:5, 10:9, 12:9 (HZ); 14:9, 15:13, 18:16, 20:17, 20:22, 23:22
Siebenmeter:
Rothenburg 2 (Ilicin trifft beide)
Günzburg 3 (Scholz trifft 2, verwirft 1)
Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Orf 3, Laugner und Jasarevic je 1)
Günzburg 1 (Cremer, Disqualifikation Telalovic)
Schiedsrichter: Philipp Plötz und Vincent Plötz (HaSpo Bayreuth)
Zuschauer: ca. 400











