Nach der Pause brechen alle Dämme

Bei der 16:34 (11:14) Heimniederlage der Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg gegen den Drittligaabsteiger TG Landshut konnten die Tauberstädter nur 30 Minuten mithalten. Nach dem Seitenwechsel sorgte ein kollektiver Blackout der Schützlinge von Trainer Valentin Akushka für die höchste Heimniederlage der Rothenburger „Ersten“ seit Jahrzehnten.

Wie schon beim Spiel in Coburg leisteten sich die Gastgeber, bei denen Rechtsaußen Srdjan Ilicin verletzt zuschauen musste, in der Anfangsphase eine Vielzahl von Fehlwürfen, die die Gäste aus Niederbayern zu schnellen Gegentoren nutzen konnten. Linksaußen Armin Guss, der über die gesamte Spieldauer zehn Tore erzielen sollte, war bis zur 15. Minute bereits drei Mal erfolgreich, Landshut führte zu diesem Zeitpunkt mit 7:3. Kurz darauf parierte der Rothenburger Torhüter Arnold Kiss, der seinem Gegenüber Strahinja Radisavljevic in nichts nachstand, gegen Guss einen Siebenmeter-Strafwurf, die schlampige Chancenverwertung seiner Mannschaftskameraden verhinderte aber weiterhin, dass die Hausherren den Rückstand verringern konnten. Auch die bisweilen sehr einseitige Regelauslegung der beiden Schiedsrichter Philipp und Vincent Plötz (HaSpo Bayreuth) begünstigte die Gäste über weite Strecken der ersten Spielhälfte. Wirklich verringern konnten die Tauberstädter den Rückstand erst ab der 24. Minute, als Landshut sechs Minuten keinen Treffer erzielen konnte und die Gastgeber von 7:13 auf 11:13 verkürzen konnten. Kurz vor dem Pausensignal traf dann Andreas Kagerer für Landshut per Siebenmeter zum 11:14-Pausenstand.

Aufgrund der Schlussphase des ersten Durchganges war im Rothenburger Lager die Hoffnung groß, dass die Partie in der zweiten Halbzeit noch gedreht werden würde. Diese Hoffnung zerplatzte aber sehr schnell wie die berühmten Seifenblasen. Nach dem 12:14 durch Patrick Schneider herrschte für fünf Minuten Torflaute und die von Csaba Szücs jun. trainierten Gäste zogen auf 12:19 davon. Auch in der Folgezeit agierte die Akushka-Truppe im Angriff uninspiriert und ideenlos und in der Defensive stand sie ebenso auf verlorenem Posten. Der Rückstand wuchs Tor um Tor immer weiter an und in der 47. Spielminute betrug er erstmalig zehn Tore (15:25). Sieben Minuten vor Spielende sollte das 16:29 von Lukas Pfänder schon das letzte von nur fünf Toren sein, die den Hausherren nach der Pause noch gelangen. Die Gäste trafen bis zur Schlusssirene noch fünf Mal, den Treffer zum Endstand von 16:34 erzielte Guilherme Lima.

Nach den zuletzt in den Heimspielen sehr überzeugenden Leistungen, konnten die Rothenburger gegen Landshut zu fast keiner Phase eine regionalligareife Leistung abrufen. Einzig Torhüter Arnold Kiss konnte in der ersten Halbzeit, als er noch Unterstützung von seinen Vorderleuten erhielt, überzeugen. Nach der Pause stand auch er auf verlorenem Posten. Einziger Trost für die Rothenburger war, dass auch die hinter ihnen liegenden Mannschaften nicht gewinnen konnten und sich an der beruhigenden Tabellensituation auf Platz sieben, nichts geändert hat. Am kommenden Samstag reisen die Tauberstädter zum Spitzenreiter SG Regensburg, gelingt ihnen dort keine deutliche Leistungssteigerung, muss ein weiteres Debakel befürchtet werden.

Rothenburg: Kiss (1.-60.), Amann (n.e.) (Tor); Schemm (2), Erdmann (1), Laugner (1), Gluhak, Schneider (6), Pfänder (1), Schweizer, Orf (2), Jasarevic (1), Stojanov (1), Krauter (1), Wack, Altwish

Landshut: Radisavljevic, Karan (Tor); Guss (10), Scheibengraber (5), Auernhammer (3), Sunajko (1), Petrovski (1), Kagerer (3/1), Lima ( 2), Gerstner (4), Koprek, Gretsch (3), Wassermann (2)

Spielverlauf: 1:0, 1:3, 3:7, 5:11, 7:13, 11:13, 11:14 (HZ); 12:14, 12:19, 15:25, 16:29, 16:34

Siebenmeter:
Rothenburg 1 (Jasarevic verwirft)
Landshut 2 (Kagerer trifft 1; Guss verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 4 (Schemm, Gluhak, Orf und Jasarevic je 1)
Landshut 2 (Kagerer und Wassermann je 1)

Schiedsrichter: Vincent und Philipp Plötz (HaSpo Bayreuth)

Zuschauer: 250