In den letzten Spielminuten den Sieg aus den Händen gegeben

In den letzten Spielminuten den Sieg aus den Händen gegeben

Mit 29:30 (16:15) haben die Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg das erste Heimspiel der Saison gegen den VfL Günzburg verloren. Vier Minuten vor Schluss führten die Tauberstädter noch mit zwei Toren, da ihnen dann aber kein Treffer mehr gelang, kamen die Gäste aus Schwaben zu einem glücklichen Auswärtssieg.

Lange Zeit sah es danach aus, also sollten die Jungs von Trainer Valentin Akushka der Liste an Heimsiegen gegen Regionalliga-Spitzenteams einen weiteren Erfolg hinzufügen können. Die Gäste des Trainerduos Hofmeister/Joos kamen zwar besser in die Partie und führten nach sechs Minuten mit 4:2, zwei Minuten später hatte Niko Stojanov aber zum Ausgleich zum 5:5 getroffen. Weitere zwei Minuten später sahen die Zuschauer in der sehr gut gefüllten Rothenburger Mehrzweckhalle wiederum durch Stojanov die erste Führung der Hausherren zum 7:6. In der Folgezeit entwickelte sich eine ausgeglichene Partie, immer wieder wechselten die Führungen und keine Mannschaft konnte sich absetzen. Die letzten fünf Minuten der ersten Halbzeit gehörten dann eindeutig den Rothenburgern, denen beim Stand von 12:14 durch Nedim Jasarevic, Niko Stojanov und Milan Stancic (2) vier Treffer in Folge zum 16:14 gelangen. Noah Heisch erzielte dann noch den Anschlusstreffer und beim Stand von 16:15 wurden die Seiten gewechselt.

Auch in der zweiten Halbzeit ging das Spiel zunächst mit engen Spielständen weiter. Günzburg war insbesondere durch das bekannt starke, schnelle Umschaltspiel und über Kreisläufer Daniel Jäger, der mit sieben Treffen bester Günzburger Torschütze war, erfolgreich. Auf Seiten der Tauberstädter waren es vor allem Niko Stojanov und Nedim Jasarevic im Angriff und Torhüter Andreas Amann, der das Duell mit seinen Günzburger Pendants deutlich gewann, die dafür sorgten, dass die Partie offen blieb. Zwischen der 41. und der 50. Spielminute schien das Spiel dann zu Gunsten der Hausherren zu kippen, als sie den 21:23-Rückstand in eine 28:24-Führung verwandelten. Torhüter Amann vernagelte sein Tor fast vollständig, inclusive zwei parierten Siebenmeter-Strafwürfen und im Angriff zeigten sich seine Mitspieler treffsicher. In dieser Phase zeigten die Unparteiischen Maxi Schmidt für einen vermeintlichen Schlag gegen den Hals eines Günzburgers die rote Karte und als fünf Minuten vor Spielende Milan Stancic nach der dritten Zeitstrafe ebenfalls vorzeitig zum Duschen geschickt wurde, hatte sich der Rothenburger Kader stark dezimiert. Da bereits in der ersten Halbzeit Thomas Krauter mit einer Handverletzung ausscheiden musste, fehlte eine weitere Alternative und den verbliebenen Spielern schwanden nun sichtbar die Kräfte. Günzburg konnte dies nach dem 29:27 durch Phillip Schemm zu drei Toren in Folge zum Endstand von 29:30 nutzen.

„Vor dem Spiel hätten wir eine knappe Niederlage gegen das starke Team aus Günzburg vermutlich akzeptiert, aufgrund des Spielverlaufs bin ich aber enttäuscht, dass wir am Ende den Sieg noch aus der Hand geben“, zog Trainer Valentin Akushka ein erstes Fazit der Partie. „Meine Jungs haben heute 60 Minuten alles gegeben, die vielen Unterzahlsituationen in der zweiten Halbzeit haben im Endeffekt leider zu viel Kraft gekostet“, so Akushka weiter. Im Hinblick auf die kommenden beiden Partien in Landshut und gegen den Drittligaabsteiger HG München-Fürstenfeldbruck hätte ein Saisonstart mit zwei Siegen immensen Druck von den Tauberstädtern genommen und schon früh ein kleines Polster auf die hintere Tabellenregion aufgebaut. So müssen die Akushka-Schützlinge versuchen, sich gegen die beiden Spitzenteams gut aus der Affäre zu ziehen, bevor mit Lohr und Rimpar II wieder Gegner auf Augenhöhe warten.

Rothenburg: Amann (1.-60.), Kiss (n.e.) (Tor); Schemm (3), Laugner (3), Erdmann (1), Schmidt, Schweizer (2), Orf, Laubinger (n.e.), Jasarevic (8/4), Stojanov (6), Krauter, Wack (2), Stancic (4)

Günzburg: Schumacher, Langhans (Tor); Pfetsch (6), T. Jensen (1), Spengler, Hamberger (3), Cremer, N. Jensen (3), Heisch (5/2), Wulz (2), Lerner, Jäger (7), Scholz (1), Lieder, Lorenz (2)

Spielverlauf: 0:1, 5:5, 9:8, 12:14, 16:14, 16:15 (HZ); 17:15, 20:20, 21:23, 28:24, 29:27, 29:30

Siebenmeter:
Rothenburg 4 (Jasarevic trifft alle)
Günzburg 4 (Heisch trifft und verwirft je 2)

Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Stancic 3; Laugner und Jasarevic je 1; Disqualifikation Schmidt)
Günzburg 3 (Hamberger 2; Wulz 1)

Schiedsrichter: Markus Spegele und Daniel Weineck (SG Unterpfaffenhofen-Germering)

Zuschauer: 320