Befreit zur Überraschung?

Am Samstagabend (19:30 Uhr, Kerschensteiner-Halle) treten die Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg bei der SG Regensburg zum nächsten Auswärtsspiel an. Gegen den favorisierten Tabellenführer können die Tauberstädter aufgrund der aktuellen Tabellensituation befreit aufspielen, vielleicht ermöglicht das ja eine weitere Überraschung gegen ein Top-Team der Liga.

In den vergangenen Jahren konnten die Tauberstädter das eine oder andere Mal Punkte aus Regensburg entführen, in dieser Saison erscheint das Unterfangen schwieriger als je zuvor. Die selbsternannten Regensburger „Adler“ kreisen seit Monaten souverän an der Tabellenspitze der Regionalliga Bayern. Nur im ersten Saisonspiel gab es bei der TG Landshut eine knappe Niederlage und das Hinrundenheimspiel gegen den Verfolger HaSpo Bayreuth endete 28:28 unentschieden. Alle anderen Spiele wurden gewonnen und das sehr oft sehr deutlich. Mit fast 35 erzielten Toren je Spiel liegt die Mannschaft von Trainer Benjamin Herth auch in dieser Kategorie auf Platz eins. Nachdem schon in den letzten Jahren regelmäßig das ambitionierte Ziel „Meisterschaft und Aufstieg in die Dritte Bundesliga“ ausgegeben wurde, scheint es in dieser Saison erreicht werden zu können. Dazu trägt insbesondere bei, dass die Regensburger nun über einen auch in der Breite sehr starken Kader verfügen, was in der Vergangenheit nicht so war. Vier Punkte beträgt aktuell der Vorsprung vor HaSpo Bayreuth und spätestens am drittletzten Spieltag, wenn Regensburg in der Wagnerstadt gastiert, soll die Meisterschaft klar gemacht werden. Davor stehen für die Herth-Schützlinge noch drei Partien gegen Mannschaften aus dem Mittelfeld (Rothenburg) und der gefährdeten Zone (Lohr und Haunstetten) an, in denen sie immer favorisiert sind.

Die Gäste von der Tauber haben sich in den letzten Wochen durch gute Leistungen auf einen komfortablen Mittelfeldplatz manövriert und sollten im verbleibenden Saisonverlauf nicht mehr in Abstiegsnöte geraten. Dass die kräftezehrenden Partien der letzten Wochen, in denen Trainer Akushka auch immer wieder mit Ausfällen konfrontiert war, nicht spurlos an den Tauberstädtern vorübergegangen sind, zeigte das Spiel gegen die TG Landshut vor Wochenfrist, als nach der Pause die Akkus leer waren und fast nichts mehr gelang. Am Ende stand gegen den Drittligaabsteiger eine deutliche Niederlage. In Regensburg wird Rechtsaußen Srdjan Ilicin wieder dabei sein, dafür fehlt Dennis Orf. Mit Niklas Bauer, Felix Wack, Lukas Pfänder und Theo Erdmann werden vier Spieler im Kader stehen, die zur nächsten Saison aus der Jugend in den Männerbereich wechseln werden. Die gute Jugendarbeit und das Konzept, eigene Jugendspieler an die Männermannschaften heranzuführen, zahlt sich für die Rothenburger also erneut aus. Ob die Nachwuchskräfte bereits so weit sind, dem Tabellenführer Paroli zu bieten, wird sich in Regensburg zeigen. Eine gute Option für die Zukunft sind sie alle mal.

Voraussichtliche Aufstellung: Amann, Kiss (Tor); Schemm, Bauer, Pfänder, Laugner, Gluhak, Schneider, Schweizer, Jasarevic, Stojanov, Krauter, Wack, Erdmann, Ilicin, Altwish