Dramatisches Spitzenspiel

C-Jugend der TSV Handballer nach 21:20 Sieg gegen Anzing Tabellenführer

ROTHENBURG – An Dramatik nicht zu überbieten war das Heimspiel der männlichen C-Jugendhandballer gegen den SV Anzing, das die Zuschauer am vergangenen Sonntag in der Mehrzweckhalle zu sehen bekamen. Anzing war als Tabellenführer angereist und hatte das Hinspiel gegen die Rothenburger hoch gewonnen. Da auf Seiten der Gastgeber Torjäger Mick De Angelis ausfiel und Felix Kersten die ganze Woche wegen Krankheit nicht trainieren konnte, ging Anzing als klarer Favorit in die Partie.

Als die reguläre Spielzeit nach nervenaufreibenden 50 Minuten abgelaufen war, stand auf der Anzeigetafel der Mehrzweckhalle ein 20:20 Unentschieden und man war auf Rothenburger Seite etwas enttäuscht, da man kurz vor Schluss noch mit 20:18 in Führung lag. Doch das Spiel war noch nicht ganz vorbei. Mit der Schlusssirene bekamen die Gastgeber noch einen direkten Freiwurf an der 9 m Linie in halblinker Position zugesprochen. Abwehrchef Dani Knäulein, groß gewachsen und der körperlich Stärkste im Team, schnappte sich das Leder, täuschte nach rechts an und zementierte die Kugel anschließend mit voller Wucht links über die Anzinger Mauer, am chancenlosen Keeper vorbei, genau in das linke obere Tordreieck. 21:20 für Rothenburg, aus, vorbei! Spieler und Zuschauer waren aus dem Häuschen. Der TSV war neuer Tabellenführer der Oberliga Bayern.

Bis es soweit war, mussten die Jungs von Trainer Jürgen Brehm einen Kraftakt vollbringen, den ihnen vor dem Spiel kaum jemand zugetraut hätte. Aufgrund der Ausfälle war Jürgen Brehm zu Umstellungen gezwungen. Felix Kersten blieb zunächst auf der Bank, für ihn wechselte Piet Wagner auf Rückraum links, Max Wack begann im rechten Rückraum und Dani Knäulein besetzte die Rückraummitte-Position, um von dort immer wieder an den Kreis aufzulösen, wo Josch Krüger als zweiter Kreisläufer zum Einsatz kam. Auf der Linksaußenposition startete wie gewohnt Finn Brehm, rechtsaußen wechselten sich David Wüllner und Tim Geyer ab. Die taktische Maßnahme war von Erfolg gekrönt, auch weil die Abwehr um die starken Torhüter Lukas Greiner Schwed und Paul Küstner überragend gegen den Anzinger Rückraum agierte. Im Angriff zeigten sich die Rothenburger Rückraumspieler sehr beweglich und es gelang ihnen immer wieder die Außen- und Kreisspieler erfolgreich in Szene zu setzen. In Topform war Finn Brehm, der die sich ihm bietenden Freiräume nutzte und 6 blitzsaubere Tore erzielte. Auf der anderen Seite traf Linkshänder Tim Geyer, der ebenfalls ein starkes Spiel ablieferte, 4 mal. Josch Krüger war vom Kreis zweimal erfolgreich. Mitte der ersten Hälfte kam Felix Kersten und sorgte für neuen Schwung im Angriff, hatte aber mit 3 Pfostentreffern Pech im Abschluss.

Der TSV lag die gesamte erste Hälfte meist mit 2 bis 3 Toren in Führung, ehe Max Wack den Treffer zum 12:8 Halbzeitstand erzielte. Piet Wagner erhöhte gleich nach dem Wechsel auf 13:8 und beim 17:12 durch Finn Brehm betrug der Vorsprung des TSV immer noch 5 Tore. Anzing gab sich aber nicht geschlagen und verkürzte auf 17:15. Finn Brehm erhöhte auf 18:15 für Rothenburg. Anzing kämpfte weiter und glich zum 18:18 aus. Tim Geyer und der unermüdliche Piet Wagner warfen die Gastgeber noch einmal mit 20:18 in Führung, doch die Anzinger zogen wieder nach und glichen kurz vor Schluss aus. Der TSV war ein letztes Mal in Ballbesitz und bekam mit dem Schlusspfiff besagten Freiwurf, mit dem Dani Knäulein den TSV an die Tabellenspitze warf.

Die Rothenburger Jungs zeigten eine kämpferische Glanzleistung, eine tolle Moral und einen unbedingten Siegeswillen gegen einen vermeintlich übermächtigen Gegner. Sie gingen daher unter großem Applaus der zahlreichen Zuschauer als verdienter Sieger vom Platz.

Für den TSV waren im Einsatz: Paul Küstner, Lukas Greiner Schwed (beide Tor), Daniel Knäulein (1), Finn Brehm (6), Felix Kersten (1), Piet Wagner (5), Maximilian Pfänder, Josch Krüger (2), Tim Geyer (4), Max Wack (2), David Wüllner, Leon Pippinger