Standing Ovations trotz Niederlage

Standing Ovations trotz Niederlage

Mit 28:31 (16:17) haben die Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg ihr Heimspiel gegen die HG München-Fürstenfeldbruck verloren. Mit einer leidenschaftlichen Leistung, die die Zuschauer in der Schlussminute und nach dem Spiel mit stehenden Ovationen belohnten, stemmten sich die Tauberstädter gegen den Drittligaabsteiger, der erstmals in dieser Saison keinen Kantersieg landen konnte.

Die Mannschaft von Trainer Valentin Akushka startete furios in die Partie und führten nach 98 Sekunden mit 3:0. Danach waren aber auch die „Münchener Panther“, bei denen mit Anton Ehrlinger auch ein gebürtiger Rothenburger im Kader stand, im Spiel und drehten den Spielstand zur eigenen 4:3-Führung. Nach dem 5:5 legten die Gäste dann einen weiteren Zwischenspurt ein und erzielten vier Tore in Folge zum 5:9 (12. Minute). Weiter ausbauen konnten die „Panther“ ihren Vorsprung aber nicht, die Hausherren boten in Verbindung mit dem gut aufgelegten Arnold Kiss im Tor eine hervorragende Defensivleistung und hatten nach dem 7:11 durch drei Tore von Lukas Pfänder, Robin Schweizer und Theo Erdmann beim 10:11 in der 20. Minute den Anschluss wieder hergestellt. Spätestens jetzt sprang der Funke der Begeisterung auch auf das Publikum über. Angetrieben von den zahlreichen Rothenburger Fans blieben die Akushka-Schützlinge bis zum Ende der ersten Halbzeit in Schlagdistanz, den Pausenstand von 16:17 erzielte Nedim Jasarevic per Siebenmeter-Strafwurf.

Den zweiten Durchgang eröffnete der beste Torschütze der Gäste, Lucas Krzikalla, ebenfalls per Siebenmeter zum 16:18. Mit dem nächsten Strafwurf scheiterte er zwar an Andreas Amann, der für diesen Siebenmeter ins Rothenburger Tor gekommen war, Tim Ruhwandl konnte für die Gäste dann aber doch das 16:19 erzielen. Die Hausherren stemmten sich weiter mit Macht gegen die vermeintlich übermächtigen Gegner und konnten beim 22:21 in der 39. Minute wieder in Führung gehen. Die Vorentscheidung fiel dann zwischen der 45. und der 50. Spielminute, als die „Panther“ mit vier Toren in Folge auf 23:27 davonziehen konnten. In den letzten zehn Minuten konnten die Hausherren den Rückstand nicht mehr entscheidend verringern und die Gäste feierten einen 28:31-Auswärtssieg.

„Ich bin sehr stolz über die Leistung meiner Mannschaft, die heute alles gegeben hat. Auch die Unterstützung des Publikums war überragend, wo sieht man es sonst, dass der Verlierer mit stehenden Ovationen gefeiert wird?“, war Trainer Akushka trotz der Niederlage zufrieden. „Leider sind uns letztlich ein paar Fehler zu viel unterlaufen, dass wir gegen den Aufstiegsfavoriten so lange mithalten konnten, zeigt aber wozu wir in der Lage sind“, so Akushka weiter. Auch Gästetrainer Stefan Weidinger fand nach der Partie Lob für die Leistung der Hausherren und der Stimmung in der Halle: „Es war die von mir erwartete, unangenehme Partie in einer Halle mit toller Stimmung. Zu Hause ist Rothenburg in der Lage jeden Gegner zu schlagen, deshalb ist es wichtig, dass wir die zwei Punkte mitnehmen konnten“. Da auch die direkten Konkurrenten nicht punkten konnten, haben die beiden Niederlagen gegen Spitzenteams der Liga keine größeren Negativauswirkungen für die Tauberstädter. In den nächsten Partien gegen Gegner auf Augenhöhe sollte aber wieder gepunktet werden um nicht in den Tabellenkeller abzurutschen.

Rothenburg: Kiss (1.-54.), Amann (54.-60. und bei einem Siebenmeter) (Tor); Schemm (4), Bauer, Pfänder (3), Laugner (4), Erdmann (3), Schmidt (1), Schweizer (2), Orf, Laubinger, Jasarevic (7/2), Stojanov (4), Wack, Stancic
München-FFB: Huber, Drozdz (Tor); Krzikalla (11/4), Notz (1), Ruhwandl (2), P. Hofmann, Ehrlinger, Boy-Nieder (1), Elschner (4), Van De Maele, Steinbrecher (3), J. Hofmann, Günther, Weigl (6), Hasekamp (2), Bitzel (1)

Spielverlauf: 3:0, 3:4, 5:5, 6:10, 10:11, 16:17 (HZ); 16:19, 22:21, 23:27, 25:28, 28:31

Siebenmeter:
Rothenburg 3 (Jasarevic trifft 2, Laugner verwirft 1)
München-FFB 5 (Krzikalla trifft 4, verwirft 1)

Zeitstrafen:
Rothenburg 5 (Jasarevic 2; Pfänder, Laugner und Orf je 1)
München-FFB 4 (Bitzel 2; Elschner und Van De Maele je 1)

Schiedsrichter: Florian Güßregen und Stefan Murrmann (TSV Wendelstein)

Zuschauer: 350

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