Zehn fatale Minuten

Bei der 34:29 (16:14) Auswärtsniederlage beim SV Anzing gingen die Regionalligahandballer des TSV 2000 Rothenburg durch ein Wechselbad der Gefühle. Nach durchwachsenem Beginn und knappem Pausenrückstand schien es, dass die Tauberstädter das Spiel in der zweiten Hälfte drehen könnten. Ein zehnminütiger Blackout führte dann zur vermeidbaren Niederlage.

Trainer Valentin Akushka stand in Anzing der gleiche Kader wie beim Heimspiel gegen den TSV Lohr zur Verfügung. Lediglich Nikola Stojanov konnte verletzungsbedingt nicht mitwirken, alle anderen Spieler waren dabei, wenn auch nicht alle zu 100 % fit waren. Die Anfangsminuten gehörten dann direkt den Gastgebern, die nach fünf Minuten mit 3:1 in Führung lagen. Beim 4:4 durch Dennis Orf war der Ausgleich wieder hergestellt und kurz darauf konnte Phillip Schemm die erste Gästeführung zum 4:5 erzielen. In der Folgezeit wechselte häufiger die Führung, deutlicher absetzen konnte sich keine Mannschaft. Beim Stand von 16:14 für Anzing wurden dann die Seiten gewechselt. Wären die Tauberstädter von der Siebenmeterlinie erfolgreicher gewesen hätte das die Pausenführung bedeutet, da sie aber drei Strafwürfe nicht im Anzinger Tor unterbringen konnten, ging es mit dem Rückstand in die Kabine.

Den Beginn von Durchgang zwei verschliefen die Akushka-Schützlinge dann komplett. Nach drei schnellen Toren der Gastgeber war der Rückstand auf fünf Tore angewachsen (19:14, 32.). In den Folgeminuten zeigten die Hausherren einige Unkonzentriertheiten, wodurch den Rothenburgern einige Ballgewinne gelangen, die in schnelle Gegenstoßtore umgewandelt wurden und beim 21:21 war der Ausgleich wieder hergestellt. Srdjan Ilicin gelang in der 40. Minute die Führung zum 22:23, und Nedim Jasarevic brachte seine Farben nach dem Anzinger Ausgleich mit dem Treffer zum 23:24 erneut in Front. Anstatt das Momentum zu nutzen und die Führung weiter auszubauen, gaben die Tauberstädter die Partie in den nächsten zehn Spielminuten dann aber komplett aus der Hand. Reihenweise landete das Spielgerät in den Händen der Hausherren, die die Geschenke dankend annahmen und ein Kontertor nach dem anderen erzielen konnten. 0:8 lautete die Bilanz des fatalen zehnminütigen Blackouts aus Sicht der Gäste und beim 31:24 für Anzing war das Spiel entschieden. In den letzten zehn Spielminuten gelang Rothenburg noch etwas Ergebniskosmetik, entscheidend verkürzen konnte man aber nicht mehr und beim Stand von 34:29 beendete die Schlusssirene die Partie.

Außer Kreisläufer Daniel Laugner, der mit acht Toren bester Rothenburger Torschütze war, präsentierte sich kein Rothenburger Angreifer in Normalform. Die Defensive stand in Verbindung mit den Torhütern zwar meist stabil, verloren wurde die Partie im Angriff. Durch die Niederlage sind die Rothenburger in der Tabelle hinter Anzing auf den achten Platz zurückgefallen. Nach der Weihnachtspause in der hoffentlich alle Verletzungen auskuriert und die Akkus wieder aufgeladen werden können, erwarten die Tauberstädter den TSV Haunstetten zum ersten Spiel des Jahres 2026. Gegen den Tabellenvorletzten muss dann ein Heimsieg her, um weiter den Abstand zur gefährdeten Zone zu halten.

Rothenburg: Kiss (1.-30.), Amann (31.-60. (Tor); Schemm (2), Pfänder, Laugner (8), Gluhak, Schneider (3), Becejac, Schweizer (1), Orf (3), Jasarevic (3), Krauter, Wack (1), Altwish (4/2), Ilicin (4/1)
Anzing: Czeslik, Mayr (Tor); Ehrenstorfer (2), Erber (5), Hoxha (9/2), Lock, Kiefel, Bartolucci, Pignot (1), Hofmann (3), Meermann, Trummer (7), Krasniqi (2), Schnabel (4), Rappold (1)

Spielverlauf: 3:1, 4:5, 7:7, 11:11, 15:13, 16:14 (HZ); 19:14, 21:21, 23:24, 31:24, 34:29

Siebenmeter:
Rothenburg 6 (Altwish trifft 2; Ilicin trifft und verwirft je 1, Jasarevic verwirft 2)
Anzing 2 (Hoxha trifft beide)

Zeitstrafen:
Rothenburg 6 (Laugner, Schneider, Becejac, Schweizer, Altwish und Ilicin je 1)
Anzing 3 (Hofmann, Krasniqi und Rappold je 1)

Schiedsrichter: Rainer Böhme und Frank Sand (Waltenhofen/Lauingen)

Zuschauer: 120